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01. Juni 2015

ARA Ostfalen Brevet 400 2015

Der 400 Kilometer langen Strecke in angespannter Lage entgegenblickend, begannen ein paar Tage vor Start des ARA Ostfalenbrevet 400 die feineren Vorbereitungen, indem unter anderem versucht wurde, so viel gesundes Gewicht zu sich zu nehmen, wie nur irgendwie möglich. Schließlich sollte die Arbeit nicht erneut wie ein abgemagerter Häftling beenden werden und wer wollte nicht schon immer einmal ein halbes Kilo Kartoffelbrei um Mitternacht verspeisen, um am nächsten Morgen gleich den Inhalt der ganzen Packung Müsli in den Magen folgen zu lassen. Das Fahrrad geputzt, gepackt und gewartet ging es am späten Freitag Nachmittag mit dem Zug in die Nähe des Startorts zu einem anderen Teilnehmer, der einerseits freundlich einen Übernachtungsplatz zur Verfügung stellte und andererseits die Anreise am nächsten Morgen bequem machte. So war es dann nach sorgfältigem Anlegen der Arbeitskleidung am Samstag Morgen um 07:00 Uhr soweit, dass auf die 400 Kilometer lange Strecke mit 3565 Höhenmetern gestartet wurde. Während die Strecke nach Süden am Harz vorbei durchs Eichsfeld führte, um dann in Thüringen ihren Lauf zu nehmen, durften drei weitere nette Fahrer von verhältnismäßig viel Windschatten profitieren. Das schlecht vorhergesagte Wetter präsentierte sich auf den ersten 140 Kilometern mit mäßigem Gegenwind, anfangs sechs Grad und teils bewölktem, teils sonnigem Himmel besser als erwartet, sodass nur drei leichte Regenschauer das kleine Grüppchen trafen. Vor Erreichen der zweiten Kontrolltankstelle verkleinerten nun leider einige Anstiege das Grupetto um einen Fahrer, wobei man selbst auch gerade seinen ersten kleinen Tiefpunkt mit Produkten des Hauses Dextro Energy unterdrücken musste. Folglich wurde an jener Kontrolltankstelle mit einem belegten Brötchen weiter gegen die bevorstehende Erschöpfung von Ressourcen angekämpft und somit neue Kraft für die Absolvierung der weiteren Strecke über die schöne hügelige Landschaft geschaffen. Mit dem einen Auge bedauernd beobachtend, wie die Kollegen der Gruppe dem eigenen Tempo immer schlechter folgen konnten, schweifte das andere Auge durch die vom nun sonnigen Wetter beleuchtete schöne Landschaft, sodass schnell das nächste Teilstück zur dritten Kontrolltankstelle geschafft war, um ein Eis in den Magen gleiten zu lassen. Das schöne Wetter lobend, zog plötzlich eine dicke schwarze Wolkenwand in Richtung des nächsten langen Anstiegs und kaum war die Regenklamotte angelegt, ergoss sich der erste Schauer der heftigen Art bei Kilometer 190. Um nun den eigenen Körper im Regen warm zu halten, wurde sich unbeabsichtigt von der Gruppe abgesetzt und der Ritt durch den Regen im eigenen Tempo fortgesetzt. Auf kleinen Straßen einige Hügel nehmend, verbesserte sich das Wetter wieder, um dann auf vielbefahrenen Straßen bis weit in eine Kreishauptstadt im Ostharz zwischen schlecht gelaunten Autofahrern in noch heftigere Regenschauer inklusive Hagel und Wind auszubrechen. Den Wetterwechsel und den vielen Verkehr überstanden, ging es weiter am Harz entlang. Die Beine wurden als verhältnismäßig gut erfühlt, die Motivation wurde von der alleinigen Anführung des Brevets auf dem Rennrad angetrieben und die Anstiege des Harzes standen nun bevor, als ein weiteres belegtes Brötchen von der Kontrolltankstelle bei Kilometer 233 den Weg in den Magen fand. Von erneutem Regen begleitet wurde nach Einnahme der Speise der Harz Anstieg für Anstieg und Abfahrt für Abfahrt überfahren und alle mentale Kraft für die letzten 120 Kilometer tote Landschaft gesammelt, um nicht wieder wie beim 300 Kilometer Brevet durch die scheinbar unendlich langen Spargelfelder am Langeweiletot dahinzugehen. Die Abfahrten aus dem Harz herunter lauteten neben dem Abend auch besseres Wetter ein, sodass im Zeitfahrmodus bei Sonnenschein und Rückenwind über die ersten 10 Kilometer-Geraden der Magdeburger Börde geprügelt wurde, um dieser Landschaft bloß keinen Blick mehr als verdient zu verleihen. Erste Krämpfe kündigten sich in einem langen flachen Anstieg an und bereiteten Sorgen, aber es lief weiterhin gut. Vor Einbruch der Dunkelheit wurde schließlich an der letzten Kontrolltankstelle noch ein letztes Eis verspeist und die nächtliche Getränkeauswahl mit Cola und Dextro Energy vorbereitet, sodass auch dem Krampfproblemen entgegengewirkt werden konnte, natürlich nicht mit der Cola. Der untergehenden Sonne entgegen ging es in die Nacht, wobei als Ziel klar gesetzt war, vor Mitternacht mit der schnellsten Zeit auf dem Rennrad anzukommen und den Einsatz der Cola zu unterlassen. Mit stark abfallenden Temperaturen, einigen Verfahrern, der entgegen von Vorschriften viel zu hellen Lupine Lampen und dem Brevet, der bisher am meisten Spaß gebracht hat in den Beinen, wurde um 23:00 Uhr das Ziel nach 14 Stunden erreicht. Tatsächlich konnte die erneut schnellste Zeit auf dem Rennrad eingefahren werden und dieses mal ergatterte nur ein Velomobil eine noch schnellere Zeit.
400 Kilometer in 14 Stunden sind bekanntlich kein Zuckerschlecken und riefen neben viel Müdigkeit leider im Nachhinein noch starke Wunden durch Scheuerstellen oberhalb der Fußgelenke hervor. Der Dank für diesen Brevet geht an jene, welche das Projekt Paris-Brest-Paris bisher unterstützen und die Brevetgemeinschaft, die dieses mal zwei teure Übernachtungen erspart hat – es hat viel Spaß gemacht und eine kleine Spende für die kostenlose Berichterstattung bringt das Projekt sicher erfolgreicher bis zum Ende. In zwei Wochen startet mit über 600 Kilometern Länge der letzte Qualifizierungsbrevet und damit auch eine neue Herausforderung !! :)
 

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