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01. Juli 2016

Race Across the Alps 2016

Das Race Across the Alps ist das härteste Eintagesradrennen der Welt. Seit rund zwei Jahren war es erklärtes Perspektivziel dieses Rennen zu beenden, um den Rekord als jüngsten Finisher aufzustellen. Am Start stehen viele der besten Ultracycling Athleten der Welt und das Starterfeld ist international. Das fünfköpfige Betreuerteam ist das bisher beste Team Fritz Geers - Ultrasportler und gut vorbereitet für die anstehende Herausforderung: Teamchef Bert, Teamarzt Henning, Mentalcoach Alexandra, Kameramann Moritz und Ernährungsprotokollantin Marieke. Das Projekt ist finanziert über langfristige Sponsoren, das Begleitfahrzeug vor Ort gemietet bei Klausis Autovermietung. Die Anreise zum Startort Nauders ist voller Staus und trotzdem wegen guter Kalkulation pünktlich erreicht. Das Briefing steht mit Livetelefonaten zum Race Across America im Zeichen des Ultracyclings. Die Unterkunft für die Nacht vor dem Rennen ist ein ruhig gelegenes Bauernhaus in einem echten Bergdorf. Das Teamfahrzeug muss außerhalb parken, weil die Gassen zu schmal sind. Die Anspannung vor dem Start ist groß, es gibt noch viele kleine Probleme zu lösen und Schlaf zu sammeln, so viel es geht. Es geht los. 540 Kilometer sind nichts, aber 14.500 Höhenmeter eine unbeschreibliche Aufgabe. Wie man es in allen vorhandenen Berichten lesen kann, ist das Tempo nach dem Start auf den Reschenpass hoch und wie es der Wetterbericht vorhersagt steht die Hitze in den Tälern. Der erste Pass des Race Across the Alps ist der Stelvio, bekannt auch als Stilfser Joch oder zweithöchster Pass der Alpen, höchster Pass Italiens und Touristenhotspot schlechthin. Hier geht das Rennen los und ein Tempo wird angezogen, als gäbe es keinen nächsten Morgen mehr. Der Anstieg beginnt quasi nach einem Drittel bei 600 Höhenmetern mit seinen 48 Kehren, schlechtem Straßenbelag und hohen Temperaturen. Es läuft gut und das Betreuerteam leistet hier erstmals Arbeit im Rennen, nachdem es schon den Weg zum Start bestmöglich gemeistert hat. Auf 2757 Meter Höhe ist der Pass überwunden und die erste gefährliche Abfahrt steht bevor. Um sich die Dimensionen klar machen zu können, muss man das gewaltige Bergmassiv selbst gesehen haben oder technisch sauber selbst einmal eine halbe Stunde schnell nur Bergab gefahren sein. Der Gavia Pass ist der nächste Pass. Das Race Across the Alps ist das härteste Eintagesradrennen der Welt. Rücken, Hände und Füße schmerzen von der letzten Abfahrt, die Hitze ist unerträglich, die Straße voller Risse oder Löcher und die Steigung ist unregelmäßig. Der 2618 Meter hohe Gavia Pass ist die Hölle auf Erden und der Gedanke des Aufgebens geht beinahe in Erfüllung. Lunge und Herz fehlt unter der hohen Belastung in der Höhe der Sauerstoff und mental ist es eine Mammutaufgabe nicht daran zu denken, wie viele tausende Höhenmeter noch folgen. Nachdem an der Passhöhe plötzlicher Regen hereinbricht, geht es hochkonzentriert irgendwann nach stundenlangem Kampf wieder Berg ab auf einer schmalen kaputten Straße am Abgrund. In dunklen nassen Tunneln und Gallerien sammeln sich Schlaglöcher und als Gefahrenstelle ließe sich in Deutschland die gesamte Abfahrt deklarieren. Es ist verdammt hart und es ist verdammt anstrengend. Ein schönes Stück Arbeit ist der folgende Aprica Pass, wenn man nur an den nächsten Pass denkt, der wie ein spitzer Stachel im Höhenprofil steht. Egal sind die 193 zurück gelegten Kilometer bei ständig extremem Wechsel von Luftdruck, Temperatur und Höhe. Es wird bald dunkel. Das Race Across the Alps ist das härteste Eintagesradrennen der Welt. Der Funkspruch ins Teamfahrzeug lautet, dass der Mortirolo Pass die Hölle wird. Es geht in italienischer Abendhitze von 400 Metern Höhe auf fast 1900 Meter Höhe - auf nur 11 Kilometern ohne bisher einmal gestoppt zu haben. Die Beine brennen, der Kopf ist hochkonzentriert, das Betreuerteam hellwach und die Steigung extrem, gefühlt endlos lang und ungleichmäßig. Nonstop können einige Starter überholt werden und dennoch dauert es fast eineinhalb Stunden, bis die Passhöhe in tiefer Dunkelheit erreicht ist. Der Wunsch nach einem ersten Stopp geht hier in Erfüllung, das Team leistet perfekte Arbeit und nach einer halben Minute geht es mit nun angebautem Lupine Licht, angezogener Jacke und geölter Kette in die schmale Waldabfahrt. Der Aprica Pass ist zum zweiten Mal ein schönes Stück Arbeit, wenn man bedenkt, dass der nächste Anstieg zum Bernina mit fast 2000 Höhenmetern der längste des Rennens ist. Der Kontakt zum Teamfahrzeug ist einseitig, denn es ist so anstrengend, dass sprechen kaum noch möglich ist. Der Anstieg zum Bernina Pass dauert so lange, dass oben schon fast die Sonne aufgeht und die Müdigkeit einschlägt. Konstant zieht sich der 37 Kilometer lange Anstieg in den Schweizer Teil der Strecke. Das Race Across the Alps ist das härteste Eintagesradrennen der Welt. Es ist eine unfassbare Herausforderung, die nicht erfüllbar ist und nun wenigstens erst am Albula oder Flüela Pass aufgegeben werden soll. Die Abfahrt vom Bernina Pass ist verhältnismäßig kurz und unverhältnismäßig kalt. Der Lenker wackelt von der Kälte und starker Nebel steht im Tal, dass kurze Zeit später über den Albula Pass verlassen werden soll. Der Albula Pass ist landschaftlich wunderschön, nur leider noch im Dunkeln einfach nur eine steile schmale Straße, die aber nicht ganz so kaputt ist, wie die bisherigen steilen schmalen Straßen. Unspektakulär konstant ist die Passhöhe auf 2312 Metern erreicht und es geht in eine lange Abfahrt mit technisch anspruchsvollen Kurven. Es ist kalt und läuft deshalb überhaupt nicht gut. Sekundenschlaf setzt ein und sobald das Teamfahrzeug am Fuß des nächsten Anstiegs aufgeschlossen hat, muss der lang ersehnte Wunsch nach einem einminütigen Powernap in Erfüllung gehen. Von der längsten Schlafpause des Rennens aufgewacht, ist das Licht abgebaut, Funk getauscht und die richtige Bekleidung angelegt. Eine saubere Arbeit des Teams. Direkt weiter geht es zum Flüela Pass. Unerwartet lang dauert es, bis die Passstraße nach rund 30 Kilometern leichtem Anstieg überhaupt erreicht ist und auch ein Tunnel ist mit 2,7 Kilometern Länge deutlich länger als bei der Einfahrt erwartet. Im Flüela Pass attackiert die Müdigkeit erneut mit Halluzinationen und es wird im Nachhinein behauptet, dass Schlangenlinien in den Gegenverkehr der Grund für sich ständig wiederholende Warnungen vor Autos auf der Straße waren. Das Race Across the Alps ist das härteste Eintagesradrennen der Welt. Es fängt an zu regnen, ein dreißig Sekunden Powernap muss her und die 2383 Meter hohe Passhöhe ist noch nicht erreicht. Oben führt kein Weg am nächsten Kurzstopp für die Regenhose vorbei und unter Schlafmangel geht es in die nasse Abfahrt, die ohne Leitplanken am Abgrund verläuft. Souverän und sicher kann rund 20 Minuten später unten in glühender Hitze in sekundenschneller Arbeit die Regenbekleidung wieder abgelegt werden und sich dem Teil des Rennens gewidmet werden, an dessen Befahrung zuvor nicht mehr zu denken war. Es geht in den Ofenpass, welcher mit zweiteiligem Anstieg auf die 2149 Meter hohe Passhöhe einer der leichteren Pässe ist. Die Müdigkeit ist wieder ertragbar und die Arbeit des Teams nimmt richtig Fahrt auf. Nach einer leichten Abfahrt geht es scharf rechts.  Mit hohem Kilometerstand steht der Umbrailpass bevor, der mit einer Abfahrt von Sage und Schreibe gefühlten zwei Höhenmetern im Anstieg zum Stelvio Pass endet, um dessen Passhöhe zum zweiten mal im Rennen zu erreichen. Das Race Across the Alps ist das härteste Eintagesradrennen der Welt. Sehr lange geht es bergauf, es ist steil und es ist ein großes Treckertreffen, welches zeitgleich die verbleibende Luft in der Höhe mit Abgasen vermischt. Bis die 2757 Meter hohe Passhöhe des Stelvio Passes erreicht ist, ist es ein langer, harter und qualvoll konstanter Kampf, welchen die nun folgende Abfahrt dennoch toppen kann, die ebenso lang wie qualvoll ist. Es herrscht bei hohem Verkehrsaufkommen totale Anarchie zwischen Fahrrädern, Motorrädern, Treckern und Sportwagen, rechts ist eine kleine Mauer, bevor es in den Abgrund geht und die schlechte Straße tut derart in Händen, Nacken und Füßen weh, dass eine Pause in der Abfahrt eingelegt worden wäre, wenn es nicht so viele blöd guckende Radtouristen gegeben hätte. Das Race across the Alps ist das härteste Eintagesradrennen der Welt. Die Hitze glüht. Nach über 500 gefahrenen Kilometern muss ein kurzer Stopp her, weil die Einnahme von Flüssigkeit und Flüssignahrung im Fahren kaum noch möglich ist. Zeitgleich werden kalte Tücher zum runterkühlen an den richtigen Körperstellen aufgelegt, denn wie schon im Gavia Pass verursacht die Hitze extreme Kopfschmerzen. Der Reschenpass steht als letzter Anstieg zum Ziel bevor und es herrscht starker Rückenwind, was im ersten Moment in den Ohren aller Radfahrer positiv klingt. Eine gewaltige Gewitterfront treibt mit dem schönen Wind mit, sodass es kurz vor Ende des Anstiegs anfängt zu schütten und die Luft um 25 Grad kälter wird, alles vor Nässe trieft und die Kurbel nach Verpulverung der letzten Kräfte kaum noch rumzubekommen ist. Es ist bitterkalt. In Starrhaltung lässt es sich irgendwie die letzten Kilometer ohne Pause für eine Regenjacke ins Ziel nach Nauders rollen, welches wegen des Gewitters in sich zusammen gebrochen ist. Ganz ruhig und sprachlos pellen die Betreuer in der Umkleide eines Sportgeschäfts die triefende Kleidung über Sonnenbrand und Blasengebiete ab und servieren Tee, warme Decken und trockene Kleidung. Von 37 international starken Startern haben es gerade einmal 23 ins Ziel geschafft und als jüngster Starter der Renngeschichte darf der Finisher Pokal mit einer Zeit von 26:20 Stunden bei der Siegerehrung neben Vorbildern des Ultracyclings auf Platz 12 gestemmt werden. Dankeschön an alle Sponsoren, Unterstützer und an das unglaublich effizient arbeitende Team. Das Race Across the Alps ist das härteste Eintagesradrennen der Welt. Ungelogen !! :)

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